Fugenlüftung – zufällig und ungenau
Mit Fugenlüftung wird der Luftwechsel über Fugen in der Gebäudehülle (undichte Fenster und Türen, Ritzen, etc.) bezeichnet. Der Luftwechsel über Fugen ist von der Größe dieser Öffnungen und von den Wetterbedingungen abhängig. Antreibende Kräfte für den Luftaustausch sind wetterbedingte Druckdifferenzen– hervorgerufen durch Windkräfte oder Temperaturunterschiede zwischen innen und außen. Dies wird als freie Lüftung bezeichnet. Zufällig vorhandene Undichtigkeiten der Gebäudehülle sichern keine gleichmäßige Lüftung: Gut abgedichtete Raumbereiche werden zu wenig, undichte Bereiche hingegen zu stark durchlüftet. Undichtigkeiten sind daher in vielen Fällen verantwortlich für Feuchteschäden in Bauteilen, Zugluft, schlechten Schallschutz und hohe Wärmeverluste.
Fensterlüftung – gezielter, aber nicht immer perfekt
Die Höhe des Luftwechsels bei der Fensterlüftung wird bestimmt von
- den Wetterbedingungen
- von der Öffnungsart des Fensters (Dreh- oder Kippstellung)
- der Stellung von Innentüren
- der Anordnung der geöffneten Fenster (nur in einer Fassade oder in gegenüberliegenden Fassaden)
- von der Stellung von Rollläden etc.
Wie sieht die richtige Fensterlüftung aus?
Am sinnvollsten erreichen Sie das mit der sogenannten „Fenster-Stoßlüftung“, bei der etwa alle zwei Stunden alle Fenster einer Wohnung für fünf bis 15 Minuten (je nach Wetterverhältnissen) ganz geöffnet werden. In der Praxis lässt sich diese Empfehlung schwer umsetzen: Wer führt die Stoßlüftung tagsüber bei Abwesenheit der Bewohner oder nachts durch? Die Alternative, das Fenster „gekippt“ zu lassen, führt zu einem hohen Luftwechsel, aber auch zu erhöhtem Energieverlust und Lärmbelästigung, Kälte und Zugerscheinungen. Außerdem lockt es ungebetene Gäste an. Einfacher geht es mit eingebauten Lüftern im Fensterrahmen oder energieeffizienten Lüftungsanlagen, bei denen sich Lüftungswärmeverluste bis zu 80 % zurückgewinnen lassen können.





